PALO ALTO — Difference and Repetition - A Musical Evocation of GILLES DELEUZE
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"This new album (the tenth in their discography) was born from two ambitions: to pay tribute to Soft Machine's Third on form (4 sides / 4 titles) and to philosopher Gilles Deleuze (Difference and Repetition is the title of his thesis) on the contents. The 4 long pieces of this double concept album were developed over 2 years and each has a different style and climate. Bold and kaleidoscopic, Difference and Repetition perfectly synthesizes the musical and literary obsessions of Palo Alto.
Palo Alto
Formed in Paris in 1989, Palo Alto released his first album (a cassette) on the Italian label Old Europa Cafe in 1990. The year 2020 is therefore an opportunity to celebrate the 30th anniversary of this first stone, the founder of a discography rich with 10 albums. The band is now composed of Jacques Barbri (also a science fiction author), Laurent Pernice (ex-member of the French industrial band Nox) and Philippe Perreaudin (also coordinator of several compilations and reissues: Legendary Pink Dots, Un Dpartement, Nino Ferrer Revisited, Ptse, Hardy Fox).
Literature, and particularly science fiction, is a leitmotiv in the band's work. Antoine Volodine, Thomas Pynchon, Philip K. Dick, Lewis Carroll or J. G. Ballard have been invoked many times.
In recent years, Palo Alto has multiplied musical collaborations with, among others, The Residents, Ptse, Klimperei, Tuxedomoon...
From industrial music to inextricable electronic ramifications, by making a detour through improvisation, the musical universe of Palo Alto is multifaceted. Their new album is no exception to this rule "
https://subrosalabel.bandcamp.com/album/difference-and-repetition-a-musical-evocation-of-gilles-deleuze
"Palo Alto aus Paris gibt es seit 1989 und mit "Le Clos" erschien 1990 ein erstes Album (auf Tonbandkassette), dem bisher ein gutes Dutzend weitere gefolgt sind. Das Projekt um Jacques Barbri nennt als Einflussgeber Tuxedomoon, Art Zoyd, The Legendary Pink Dots, Coil, The Residents, Can und Cabaret Voltaire, und bettigt sich vornehmlich in experimentell-elektronischen Gefilden, verunreinigt seine Musik aber auch mit Punkig-Schrgem, New-Wave-Artigem oder Modern-Kammermusikalisch-Klassischem. Ich machte erstmals mit dem 1998 beim Musea-Unterlabel Gazul Records erschienenen Album "Transe Plan" Bekanntschaft mit der Formation, und auf jenem geht es auch weitestgehend elektronisch und experimentell zu.
Zum 30sten hat man dann das wohl bisher ambitionierteste Projekt verwirklicht. Ein Doppelalbum hat man sich vorgenommen, von der Form her wie "Third" von Soft Machine, also mit vier seitenlangen Nummern, welches sich mit dem Werk des 1995 durch Selbstmord verstorbenen franzsischen Philosophen Gilles Deleuze befasst. Dazu hat man sich einige musikalische Gste gesucht: Den von Deleuze beeinflussten SF-Schriftsteller Alain Damasio als Vorleser, Richard Pinhas, der einstmals bei Deleuze studiert hat, an der E-Gitarre, Thierry Zabotzeff am Cello und Rhys Chatham an der Trompete. Das fertige Werk wurde schlielich Ende 2020 vom Belgischen Label Sub Rosa als 2xLP oder CD verffentlicht.
Mit Soft Machine hat die Musik eher wenig gemein. Aber, es ging ja auch nur darum ein hnlich ausladendes und gestaltetes Album zu verffentlichen. Ein paar jazzig-rockige Spuren sind auf "Difference And Repetition - A Musical Evocation Of Gilles Deleuze" aber auch auszumachen. Ansonsten ist dies eine Art von elektronischer Musik, oft rhythmisch voran schreitend, bestimmt von programmierter Perkussion, vornehmlich aber dominiert von allerlei Synthesizererzeugnissen und bisweilen heftigst verfremdeten Saxophonklngen, in die je nach Stck weitere Blasinstrumente, Cello, Bass, E-Gitarre und Textrezitationen eingewoben wurden.
Vor allem im dreiteiligen "Triptych" verliest Damasio Texte, einen eigenen bisher unverffentlichten ber Deleuzes Tod (der auch im Inneren des Digipacks abgedruckt ist), aus Deleuzes Buch "Capitalisme et Schizophrenie" (1980) und aus seinem Roman "Les Furtifs" (2019), durchaus engagiert und intensiv, ganz im Stile des "Concerto Delle Menti" von Pholas Dactylus. Man kann, auch wenn man den franzsischen Text kaum folgen kann, nur gebannt zuhren.
Die restlichen Stcke sind vorwiegend instrumental gehalten, nur im einleitenden "The Tears of Nietzsche" wird kurz ein Text von Richard Pinhas verlesen (aus "Les Larmes de Nietzsche Deleuze et la musique, 2001), und sind recht stark von den jeweiligen Gastsolisten geprgt. Im eben genannten ersten Track ist Pinhas E-Gitarre klangbestimmend und die Nummer klingt dann ber weite Strecken wie das recht typische Gitarrendrhnen, welches auch auf den Soloalben des Franzosen meist zu hren ist. Palo Alto, insbesondere Berberis Sax, sorgen aber fr eigenen Charakter. In "Rhizom" knarzt Zaboitzeffs Cello erst bedchtig, dann immer wster, eingebettet in eine hypnotisch dahin schreitende Space-Elektronik, in der das 'Tibetanische Horn' Barberis aber auch exotische Akzente setzt. Im abschlieenden Titelstck ist dann Rhys Chatham tonangebend, allerdings nicht an der E-Gitarre, sondern mit einer heiser-krchzenden Trompete, brigens oft begleitet von einem Damenchor (genannt 'Les Bottines'), der stellenweise fast fr Zeuhl-Atmosphre sorgt.
Eine recht schwer zu kategorisierende Musik ist auf "Difference And Repetition - A Musical Evocation Of Gilles Deleuze" zu finden. Als dynamischen Avant/Kammerprog, drhnenden E-Gitarren-Elektrorock, krautige Elektronik oder als pulsierendes Electronicagemenge knnte man das bezeichnen, oder als eine dichte Verschmelzung dieser Ingredienzien, angereichert mit allerlei freiem Klangbasteln. Das Ergebnis ist jedenfalls reichlich originell, intensiv, volumins, packend und auf jeden Fall sehr progressiv. Ich denke einmal, dass Avantprog-Freaks bzw. Zaboitzeff- und/oder Pinhas-Fans, die zudem die weiter oben genannten Vorbilder (oder einige derselben) schtzen, von "Difference And Repetition" (briges auch ein Buchtitel Deleuzes) begeistert sein sollten. Ein spter Hhepunkt des Progjahres 2020!" [Babyblaue Seiten]
Palo Alto
Formed in Paris in 1989, Palo Alto released his first album (a cassette) on the Italian label Old Europa Cafe in 1990. The year 2020 is therefore an opportunity to celebrate the 30th anniversary of this first stone, the founder of a discography rich with 10 albums. The band is now composed of Jacques Barbri (also a science fiction author), Laurent Pernice (ex-member of the French industrial band Nox) and Philippe Perreaudin (also coordinator of several compilations and reissues: Legendary Pink Dots, Un Dpartement, Nino Ferrer Revisited, Ptse, Hardy Fox).
Literature, and particularly science fiction, is a leitmotiv in the band's work. Antoine Volodine, Thomas Pynchon, Philip K. Dick, Lewis Carroll or J. G. Ballard have been invoked many times.
In recent years, Palo Alto has multiplied musical collaborations with, among others, The Residents, Ptse, Klimperei, Tuxedomoon...
From industrial music to inextricable electronic ramifications, by making a detour through improvisation, the musical universe of Palo Alto is multifaceted. Their new album is no exception to this rule "
https://subrosalabel.bandcamp.com/album/difference-and-repetition-a-musical-evocation-of-gilles-deleuze
"Palo Alto aus Paris gibt es seit 1989 und mit "Le Clos" erschien 1990 ein erstes Album (auf Tonbandkassette), dem bisher ein gutes Dutzend weitere gefolgt sind. Das Projekt um Jacques Barbri nennt als Einflussgeber Tuxedomoon, Art Zoyd, The Legendary Pink Dots, Coil, The Residents, Can und Cabaret Voltaire, und bettigt sich vornehmlich in experimentell-elektronischen Gefilden, verunreinigt seine Musik aber auch mit Punkig-Schrgem, New-Wave-Artigem oder Modern-Kammermusikalisch-Klassischem. Ich machte erstmals mit dem 1998 beim Musea-Unterlabel Gazul Records erschienenen Album "Transe Plan" Bekanntschaft mit der Formation, und auf jenem geht es auch weitestgehend elektronisch und experimentell zu.
Zum 30sten hat man dann das wohl bisher ambitionierteste Projekt verwirklicht. Ein Doppelalbum hat man sich vorgenommen, von der Form her wie "Third" von Soft Machine, also mit vier seitenlangen Nummern, welches sich mit dem Werk des 1995 durch Selbstmord verstorbenen franzsischen Philosophen Gilles Deleuze befasst. Dazu hat man sich einige musikalische Gste gesucht: Den von Deleuze beeinflussten SF-Schriftsteller Alain Damasio als Vorleser, Richard Pinhas, der einstmals bei Deleuze studiert hat, an der E-Gitarre, Thierry Zabotzeff am Cello und Rhys Chatham an der Trompete. Das fertige Werk wurde schlielich Ende 2020 vom Belgischen Label Sub Rosa als 2xLP oder CD verffentlicht.
Mit Soft Machine hat die Musik eher wenig gemein. Aber, es ging ja auch nur darum ein hnlich ausladendes und gestaltetes Album zu verffentlichen. Ein paar jazzig-rockige Spuren sind auf "Difference And Repetition - A Musical Evocation Of Gilles Deleuze" aber auch auszumachen. Ansonsten ist dies eine Art von elektronischer Musik, oft rhythmisch voran schreitend, bestimmt von programmierter Perkussion, vornehmlich aber dominiert von allerlei Synthesizererzeugnissen und bisweilen heftigst verfremdeten Saxophonklngen, in die je nach Stck weitere Blasinstrumente, Cello, Bass, E-Gitarre und Textrezitationen eingewoben wurden.
Vor allem im dreiteiligen "Triptych" verliest Damasio Texte, einen eigenen bisher unverffentlichten ber Deleuzes Tod (der auch im Inneren des Digipacks abgedruckt ist), aus Deleuzes Buch "Capitalisme et Schizophrenie" (1980) und aus seinem Roman "Les Furtifs" (2019), durchaus engagiert und intensiv, ganz im Stile des "Concerto Delle Menti" von Pholas Dactylus. Man kann, auch wenn man den franzsischen Text kaum folgen kann, nur gebannt zuhren.
Die restlichen Stcke sind vorwiegend instrumental gehalten, nur im einleitenden "The Tears of Nietzsche" wird kurz ein Text von Richard Pinhas verlesen (aus "Les Larmes de Nietzsche Deleuze et la musique, 2001), und sind recht stark von den jeweiligen Gastsolisten geprgt. Im eben genannten ersten Track ist Pinhas E-Gitarre klangbestimmend und die Nummer klingt dann ber weite Strecken wie das recht typische Gitarrendrhnen, welches auch auf den Soloalben des Franzosen meist zu hren ist. Palo Alto, insbesondere Berberis Sax, sorgen aber fr eigenen Charakter. In "Rhizom" knarzt Zaboitzeffs Cello erst bedchtig, dann immer wster, eingebettet in eine hypnotisch dahin schreitende Space-Elektronik, in der das 'Tibetanische Horn' Barberis aber auch exotische Akzente setzt. Im abschlieenden Titelstck ist dann Rhys Chatham tonangebend, allerdings nicht an der E-Gitarre, sondern mit einer heiser-krchzenden Trompete, brigens oft begleitet von einem Damenchor (genannt 'Les Bottines'), der stellenweise fast fr Zeuhl-Atmosphre sorgt.
Eine recht schwer zu kategorisierende Musik ist auf "Difference And Repetition - A Musical Evocation Of Gilles Deleuze" zu finden. Als dynamischen Avant/Kammerprog, drhnenden E-Gitarren-Elektrorock, krautige Elektronik oder als pulsierendes Electronicagemenge knnte man das bezeichnen, oder als eine dichte Verschmelzung dieser Ingredienzien, angereichert mit allerlei freiem Klangbasteln. Das Ergebnis ist jedenfalls reichlich originell, intensiv, volumins, packend und auf jeden Fall sehr progressiv. Ich denke einmal, dass Avantprog-Freaks bzw. Zaboitzeff- und/oder Pinhas-Fans, die zudem die weiter oben genannten Vorbilder (oder einige derselben) schtzen, von "Difference And Repetition" (briges auch ein Buchtitel Deleuzes) begeistert sein sollten. Ein spter Hhepunkt des Progjahres 2020!" [Babyblaue Seiten]