DEISON / MATTEO UGGERI — In the other House
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"It was not born as a concept album, but as it was slowly becoming like the music inside it the sound work of Cristiano Deison and Matthew Uggeri ended up finding itself, step by step, enclosed between the narrow walls of an exceptional home. Arriving there from different places and positions, and never actually meeting, Friulian and Milan found themselves, perhaps in spite of themselves, together in uncomfortable rooms which were populated by dark invisible presences. It is not the scenario of a horror movie, there is no tradegy or fear, just the knowledge that somewhere else or the escape itself may be less reassuring than one has hoped. Therefore Francesca Mele's photos, both a seal of the work and source of inspiration for the music seem to further cloak the place in t that sense of quiet desperation that daily life often implies."
https://matteouggeri.bandcamp.com/album/in-the-other-house
Zwei jngere italienische Soundbastler treffen sich hier. Beide haben schon vielfach ein Hndchen fr atmosphrische Landschaften bewiesen; DEISON (komplett: CRISTIANO DEISON) unter anderem hier auf NONPOP mit "Quiet Rooms", einem Album ber die Stimmung in leeren Hotelzimmern. Auch UGGERI (komplett: MATTEO UGGERI) hat sein sicheres Gespr fr beeindruckende Klangwolken schon aufgezeigt, unter anderem in Zusammenarbeiten mit DE FABRIEK oder MAURIZIO BIANCHI. Beiden Knstlern gemein ist die wohltuende Zurckhaltung bei Verffentlichungen, man hat nie den Eindruck, dass sie den ohnehin bersttigten Markt der entsprechenden Genres fluten wrden. Ihr erstes gemeinsames Album erscheint nun auf FINAL MUZIK (in Kooperation mit OLD BICYCLE RECORDS und OAK EDITIONS), wobei sich die Musiker kein einziges Mal persnlich gesehen haben Arbeiten im digitalen Zeitalter. Der Titel des Albums sowie die Namen der einzelnen Tracks geben natrlich eine ganz klare Idee vor, aber und dies ist das erste Kompliment fr ein gelungenes Album es geht auch ohne.
"Fessure" (01) fhlt sich an wie das Hinabsteigen in eine pilzige, fluoreszierende Hhle. Warme, aber gleichzeitig aufschreckende und unruhige Sounds umwabern den Hrer, es ploppt und droned. Sehr atmosphrisch und, auer zu einer Hhle, auch passend zu der wohl toten Frau auf Vorder- und Rckseite des Covers, die ich eben entdeckt habe Film noir-Feeling. Ein bassiger und unregelmiger Beat kommt langsam dazu, ebenso ein schrger Streicher. Und immer kurz vor einer Melodie nimmt die Komposition die nchste Abzweigung. Das uerst filmische Ambiente bleibt in "So Detached" (02) bestehen. Tren quietschen, Schritte rascheln hier wird eine Story erzhlt, ein ganzer Storyteppich voll von organischen Klngen ausgerollt. Ich hre aufmerksam und angespannt zu, weil jederzeit etwas passieren knnte. Zunehmend freunde ich mich mit der titelgebenden Idee eines fremden Hauses an, durch das wir als Hrer schleichen. Das "Micro Drama" (03) spielt sich in der Kche ab, melodis liegen gezupfte Piano-Teilchen auf dem Tisch, ein dickes Brummen und Summen zeugt von Insektenleben, und die Streicher quietschen immer wieder dramatisch. Passend zum Besuch im Bad ("Stasis", 04) pltschert Wasser, die Sounds wechseln in noisiges Quietschen und Rauschen, und insbesondere die Cluster aus Blasinstrumenten beeindrucken mich. Menschen rumen Mbel in "Worried Stagnation" (05), verursachen dabei lange, ewige Drones. Und mein Lieblingssound des gesamten Albums erklingt auf der Treppe und im Keller ("Prelude, Largo", 06) ein Tuba-hnliches Brummen, welches die sich abwechselnden Passagen zum einen aus ruhigen Ambientflchen, zum anderen aus mchtigen, majesttischen Drones inklusive Piepen und Klingeln umrahmt, wobei sich alle Ebenen mehr und mehr bereinander schieben.
"In The Other House" ist ein wirklich beeindruckender Hrfilm, der mich an andere starke filmische Werke wie zum Beispiel die LAND-Trilogie ("Praha | Wien | Budapest", NONPOP-Besprechung) erinnert. Schleichen durch ein fremdes Haus, Erkunden einer dunklen Hhle, Hauptrolle in einem Film noir das Album ist fast unabhngig vom mglichen Thema eine fesselnde Reise, und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Eine der bisher schnsten, weil stimmungsvollsten Basteleien des Jahres.
Michael We. fr nonpop.de
https://matteouggeri.bandcamp.com/album/in-the-other-house
Zwei jngere italienische Soundbastler treffen sich hier. Beide haben schon vielfach ein Hndchen fr atmosphrische Landschaften bewiesen; DEISON (komplett: CRISTIANO DEISON) unter anderem hier auf NONPOP mit "Quiet Rooms", einem Album ber die Stimmung in leeren Hotelzimmern. Auch UGGERI (komplett: MATTEO UGGERI) hat sein sicheres Gespr fr beeindruckende Klangwolken schon aufgezeigt, unter anderem in Zusammenarbeiten mit DE FABRIEK oder MAURIZIO BIANCHI. Beiden Knstlern gemein ist die wohltuende Zurckhaltung bei Verffentlichungen, man hat nie den Eindruck, dass sie den ohnehin bersttigten Markt der entsprechenden Genres fluten wrden. Ihr erstes gemeinsames Album erscheint nun auf FINAL MUZIK (in Kooperation mit OLD BICYCLE RECORDS und OAK EDITIONS), wobei sich die Musiker kein einziges Mal persnlich gesehen haben Arbeiten im digitalen Zeitalter. Der Titel des Albums sowie die Namen der einzelnen Tracks geben natrlich eine ganz klare Idee vor, aber und dies ist das erste Kompliment fr ein gelungenes Album es geht auch ohne.
"Fessure" (01) fhlt sich an wie das Hinabsteigen in eine pilzige, fluoreszierende Hhle. Warme, aber gleichzeitig aufschreckende und unruhige Sounds umwabern den Hrer, es ploppt und droned. Sehr atmosphrisch und, auer zu einer Hhle, auch passend zu der wohl toten Frau auf Vorder- und Rckseite des Covers, die ich eben entdeckt habe Film noir-Feeling. Ein bassiger und unregelmiger Beat kommt langsam dazu, ebenso ein schrger Streicher. Und immer kurz vor einer Melodie nimmt die Komposition die nchste Abzweigung. Das uerst filmische Ambiente bleibt in "So Detached" (02) bestehen. Tren quietschen, Schritte rascheln hier wird eine Story erzhlt, ein ganzer Storyteppich voll von organischen Klngen ausgerollt. Ich hre aufmerksam und angespannt zu, weil jederzeit etwas passieren knnte. Zunehmend freunde ich mich mit der titelgebenden Idee eines fremden Hauses an, durch das wir als Hrer schleichen. Das "Micro Drama" (03) spielt sich in der Kche ab, melodis liegen gezupfte Piano-Teilchen auf dem Tisch, ein dickes Brummen und Summen zeugt von Insektenleben, und die Streicher quietschen immer wieder dramatisch. Passend zum Besuch im Bad ("Stasis", 04) pltschert Wasser, die Sounds wechseln in noisiges Quietschen und Rauschen, und insbesondere die Cluster aus Blasinstrumenten beeindrucken mich. Menschen rumen Mbel in "Worried Stagnation" (05), verursachen dabei lange, ewige Drones. Und mein Lieblingssound des gesamten Albums erklingt auf der Treppe und im Keller ("Prelude, Largo", 06) ein Tuba-hnliches Brummen, welches die sich abwechselnden Passagen zum einen aus ruhigen Ambientflchen, zum anderen aus mchtigen, majesttischen Drones inklusive Piepen und Klingeln umrahmt, wobei sich alle Ebenen mehr und mehr bereinander schieben.
"In The Other House" ist ein wirklich beeindruckender Hrfilm, der mich an andere starke filmische Werke wie zum Beispiel die LAND-Trilogie ("Praha | Wien | Budapest", NONPOP-Besprechung) erinnert. Schleichen durch ein fremdes Haus, Erkunden einer dunklen Hhle, Hauptrolle in einem Film noir das Album ist fast unabhngig vom mglichen Thema eine fesselnde Reise, und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Eine der bisher schnsten, weil stimmungsvollsten Basteleien des Jahres.
Michael We. fr nonpop.de