JACKMAN, DAVID (=ORGANUM) — Silence in that Time
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"The follow up to last year's critically acclaimed album HERBSTSONNE (Die Stadt / DS119), SILENCE IN THAT TIME is a direct offshot of the former album, adding more sounds to the overall sound palette. Recorded at RMS Studios South London in 2019, the single 42 min. long track stands as another distinctively beautiful and haunting work in the artist's discography. Artwork by Jonathan Coleclough.
Running time: 42:08
Edition: 300 copies, Digisleeve
Release date: 09.02.2020" [label info]
"Nach dem Organum-Album Sorow aus dem Jahr 2010 herrschte erst einmal Stille und David Jackman schien verstummt zu sein. Dann pltzlich erschien 2018 mit Raven ein neues Album und 2019 mit Herbstsonneeine Verffentlichung unter eigenem Namen. Vor ein paar Monaten brachten Siren Records mit dem lapidar betitelten Electronics ein erstaunlich noisiges Organum-Album heraus, das aus den Alben der letzten Jahre herausstach.
Das neue auf Die Stadt verffentlichte Jackman-Album knpft dagegen (stark) an Herbstsonne an: Der ganze 42-mintige Track wird durchzogen von dem kurz angeschlagenen und langsam nach- und verhallenden Klavier, man hrt die leicht flirrenden Klnge der Tampura, Orgeldrones und Kirchenglocken, dazu kommt das Rabenkrhen, das auf Raven zu hren war. Jackman arbeitet (natrlich wieder) mit der Repetitio, die auch schon die Holy-Trilogie prgte, und whrend des gesamten Stcks fragt man sich immer wieder, ob man leichte (Ver-)nderungen, Variationen hrt. Nach etwa 14 Minuten gibt es eine kurze Pause, nach 27 eine weitere.
Wie auch auf fast allen anderen Arbeiten Jackmans finden sich so gut wie keinerlei Hinweise auf eine mgliche (Be-)Deutung. Bezogen auf Herbstsonne hie es auf diesen Seiten: Andere haben die Musik der letzten Jahre sicher nicht unzutreffend als Abschiedssoundtracks gedeutet und die Musik auf Herbstsonne lsst von der erzeugten Stimmung auch eher an den Herbst des Lebens und die nherrckende Begegnung mit dem Schnitter denken als an die noch wrmende Sonne, die die verfrbten Bltter illuminiert. Gerade das Verhallen, das allmhliche Verschwinden der einzelnen Klangquellen und Instrumente knnte auch hier solch eine Interpretation nahelegen. Zudem fllt bei nherer Betrachtung des Artworks auf, dass auf dem Cover von Herbstsonne D Jackman zu lesen war, auf Silence In That Time nur noch Jackman steht, also scheinbar auch der Knster langsam verschwindet. Hilft es, wenn man nun wei, dass die titelgebende Formulierung dem Buch Amos (in der bersetzung aus der King- James-Bible) entnommen ist, in dem der Prophet spricht: For I know your manifold transgressions and your mighty sins: they afflict the just, they take a bribe, and they turn aside the poor in the gate from their right.Therefore the prudent shall keep silence in that time; for it is an evil time. Bezogen auf die Holy-Trilogie sagte Jackman in einem seiner seltenen Interviews: The first two parts of the threesome have an obvious flavour of Christianity, an ambience which probably does not merit much discussion beyond saying that it is an echo from my childhood. One gets old. One considers these things. Im selben Interview hie es auch auf mgliche Interpretationen: I am just making my own music, nothing more. I am not offering a position. I do get a little tired of saying that. People expect far too much of a few sounds Wie auch immer die few sounds, die Jackman auf seinen letzten Verffentlichungen variiert, schaffen es (immer wieder aufs Neue) den Hrenden in eine ganz eigene, kaum greifbare Welt zu transportieren." (MG/African Paper]
Running time: 42:08
Edition: 300 copies, Digisleeve
Release date: 09.02.2020" [label info]
"Nach dem Organum-Album Sorow aus dem Jahr 2010 herrschte erst einmal Stille und David Jackman schien verstummt zu sein. Dann pltzlich erschien 2018 mit Raven ein neues Album und 2019 mit Herbstsonneeine Verffentlichung unter eigenem Namen. Vor ein paar Monaten brachten Siren Records mit dem lapidar betitelten Electronics ein erstaunlich noisiges Organum-Album heraus, das aus den Alben der letzten Jahre herausstach.
Das neue auf Die Stadt verffentlichte Jackman-Album knpft dagegen (stark) an Herbstsonne an: Der ganze 42-mintige Track wird durchzogen von dem kurz angeschlagenen und langsam nach- und verhallenden Klavier, man hrt die leicht flirrenden Klnge der Tampura, Orgeldrones und Kirchenglocken, dazu kommt das Rabenkrhen, das auf Raven zu hren war. Jackman arbeitet (natrlich wieder) mit der Repetitio, die auch schon die Holy-Trilogie prgte, und whrend des gesamten Stcks fragt man sich immer wieder, ob man leichte (Ver-)nderungen, Variationen hrt. Nach etwa 14 Minuten gibt es eine kurze Pause, nach 27 eine weitere.
Wie auch auf fast allen anderen Arbeiten Jackmans finden sich so gut wie keinerlei Hinweise auf eine mgliche (Be-)Deutung. Bezogen auf Herbstsonne hie es auf diesen Seiten: Andere haben die Musik der letzten Jahre sicher nicht unzutreffend als Abschiedssoundtracks gedeutet und die Musik auf Herbstsonne lsst von der erzeugten Stimmung auch eher an den Herbst des Lebens und die nherrckende Begegnung mit dem Schnitter denken als an die noch wrmende Sonne, die die verfrbten Bltter illuminiert. Gerade das Verhallen, das allmhliche Verschwinden der einzelnen Klangquellen und Instrumente knnte auch hier solch eine Interpretation nahelegen. Zudem fllt bei nherer Betrachtung des Artworks auf, dass auf dem Cover von Herbstsonne D Jackman zu lesen war, auf Silence In That Time nur noch Jackman steht, also scheinbar auch der Knster langsam verschwindet. Hilft es, wenn man nun wei, dass die titelgebende Formulierung dem Buch Amos (in der bersetzung aus der King- James-Bible) entnommen ist, in dem der Prophet spricht: For I know your manifold transgressions and your mighty sins: they afflict the just, they take a bribe, and they turn aside the poor in the gate from their right.Therefore the prudent shall keep silence in that time; for it is an evil time. Bezogen auf die Holy-Trilogie sagte Jackman in einem seiner seltenen Interviews: The first two parts of the threesome have an obvious flavour of Christianity, an ambience which probably does not merit much discussion beyond saying that it is an echo from my childhood. One gets old. One considers these things. Im selben Interview hie es auch auf mgliche Interpretationen: I am just making my own music, nothing more. I am not offering a position. I do get a little tired of saying that. People expect far too much of a few sounds Wie auch immer die few sounds, die Jackman auf seinen letzten Verffentlichungen variiert, schaffen es (immer wieder aufs Neue) den Hrenden in eine ganz eigene, kaum greifbare Welt zu transportieren." (MG/African Paper]