VON EULER-DONNERSPERG, DITTERICH — Blauholz
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"Ditterich von Euler-Donnersperg: Blauholz
Knarrende Strahlen stehen unbewegt ber dem Sand. Nichts Harmloses birgt sich unter den Latschen und Kiefergliedern, denen man eigenartige Hilfslosigkeit ansieht. Schwach singt das Holz, trgt sein Lied ber die Streu, die sich staubend ber den mden Grund ergiet. Rindenbrot bettet sich gelassen auf die Matten, die sich lngs unter die Bschel dahinstrecken.
Spitzhafer, Wegerich, allesamt drrend, recken Flgelchen hoch, winken schwach gegen den Wind und versuchen, zu lcheln. Das Zahnwei erstirbt unter dem Glast des Wollplunders aus Samenwolle und Brennnesselweben, deren Leuchtlunte ganze Buschzeilen deckt.
Starrer Ramsch aus Grassoden, Krppelbschen und Moder, der noch das tapferste Hlzlein erfat, um es den wuchernden Brachen einzuverleiben, steht schlafend neben den Wegen, wo sich das Streuland gegen die Ungemtlichkeit der Drgnis verteidigt. Kohlenmeiler ducken sich hasig hinter die von der Geschichte dahingespuckten Verwerfungen. Lehm kleistert die Gnge, sofern sie noch zu begehen. Der feuchte Dreck klebt krtig an den vom Morgenlicht verlassenen Hngen. Das Wechselgeschrei der Saatkrhen knarzt blechern rhrend ber das wste Hochamt aus Bodenrotz und Totenwald. Die Bldnis des Staubs, dem Niemand nicht die Kalksenke, nicht die Sandkornbchse, nicht der Sonnenbrand auf den Resten des Grases Mut zum Erwachen zusprechen mag, packt und wrgt voller Sanftnis und Grovaterliebe die Weiler, wo es nach Nafulnis wie in hundert Jahre alten Grabgruften stinkt.
MOLOKO PRINT 017 | 2015
Gestaltung: Robert Schalinski
Darstellungen aus Leichte Artellerie Fibel (1936) und Unterrichtsbuch fr Soldaten (1938)
Paperback, 242 Seiten
ISBN 978-3-943603-18-7" [publishing house info]
www.molokoplusrecords.de
Knarrende Strahlen stehen unbewegt ber dem Sand. Nichts Harmloses birgt sich unter den Latschen und Kiefergliedern, denen man eigenartige Hilfslosigkeit ansieht. Schwach singt das Holz, trgt sein Lied ber die Streu, die sich staubend ber den mden Grund ergiet. Rindenbrot bettet sich gelassen auf die Matten, die sich lngs unter die Bschel dahinstrecken.
Spitzhafer, Wegerich, allesamt drrend, recken Flgelchen hoch, winken schwach gegen den Wind und versuchen, zu lcheln. Das Zahnwei erstirbt unter dem Glast des Wollplunders aus Samenwolle und Brennnesselweben, deren Leuchtlunte ganze Buschzeilen deckt.
Starrer Ramsch aus Grassoden, Krppelbschen und Moder, der noch das tapferste Hlzlein erfat, um es den wuchernden Brachen einzuverleiben, steht schlafend neben den Wegen, wo sich das Streuland gegen die Ungemtlichkeit der Drgnis verteidigt. Kohlenmeiler ducken sich hasig hinter die von der Geschichte dahingespuckten Verwerfungen. Lehm kleistert die Gnge, sofern sie noch zu begehen. Der feuchte Dreck klebt krtig an den vom Morgenlicht verlassenen Hngen. Das Wechselgeschrei der Saatkrhen knarzt blechern rhrend ber das wste Hochamt aus Bodenrotz und Totenwald. Die Bldnis des Staubs, dem Niemand nicht die Kalksenke, nicht die Sandkornbchse, nicht der Sonnenbrand auf den Resten des Grases Mut zum Erwachen zusprechen mag, packt und wrgt voller Sanftnis und Grovaterliebe die Weiler, wo es nach Nafulnis wie in hundert Jahre alten Grabgruften stinkt.
MOLOKO PRINT 017 | 2015
Gestaltung: Robert Schalinski
Darstellungen aus Leichte Artellerie Fibel (1936) und Unterrichtsbuch fr Soldaten (1938)
Paperback, 242 Seiten
ISBN 978-3-943603-18-7" [publishing house info]
www.molokoplusrecords.de