KRAKEN — Untitled

Format: CD
Label & Cat.Number: Raubbau RAUB-025
Release Year: 2014
Note: after 4 full years, the doomy / cinematic ambient industrial duo from Belgium is back with another claustrophobic trip, exploring the dreary depths of daily life, often almost reaching a form of an experimental radio play .. back in stock & special priced now
Price (incl. 19% VAT): €6.00

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"kraken is back and pulls us down into the abyss - a dark, cold and desolate place that is filled with the droning of oscillators. authentic field recordings mingle with evolving rhythms, and the underlying tension created by the poignant confessions of human beings adds to the unique flavor of kraken: equally fascinating, enchanting and disturbing, the sounds cut right through our souls. for fifty minutes, kraken keeps us in its tight grip and we all cannot resist but realize our own fugacity. fifteen years past the first kraken release, its epitaph is more actual than ever before: when gazing into the abyss for too long, one tardy realizes that he is part of it. from within the vast depths, raubbau brings to you the latest album, unnamed." [label info]

www.raubbau.org



"Lange Jahre haben wir die beiden Belgier auf NONPOP begleitet. Insbesondere ab Mitte der so genannten Nullerjahre waren JORIS VERMOST und RICARDO GOMEZ Y DE BUCK sehr aktiv, brachten regelmig ihre klaustrophobischen Tiefsee-Soundtracks zwischen Dark Ambient, Noise und Collage unter die Leute. (Ein Interview zur Arbeit von KRAKEN findet Ihr hier.) Mit "Strop" auf RAUBBAU (Besprechung) schien sich dann zu bewahrheiten, was KRAKEN aus Spa bis dahin zu jedem Album sagten: Es sei ihr finales. Vier Jahre Funkstille ohne jedwede Ankndigung neuer Aktivitten. Umso erfreuter war ich ber die Nachricht von RAUBBAU, dass nun tatschlich ein weiteres Album erscheint, passend zur Zurckhaltung einfach ohne Titel "Untitled". "A dark, cold and desolate place" verspricht das Label, "equally fascinating, enchanting and disturbing" diese Beschreibung deckt sich mit meiner bisherigen Wahrnehmung von KRAKEN. Und auch die gleichzeitig sthetischen, aber sehr trostlosen Alltagsfotos, mit denen das Duo seit jeher seine Alben schmckt, deuten auf Kontinuitt hin. Tatschlich hat auch das aktuelle Werk eine hohe Wiedererkennbarkeit und liefert mit dem ersten Track einen der besten der Bandgeschichte.

"Untitled 1" beginnt berraschend mit einem deutschen Text: Eine furchtsame und angewiderte, rezitierende Frauenstimme (mit Akzent) berichtet von einem "schwarzen Loch, das alles verschlingt". Sie flstert von Verfall, Drogen, Tot und Unrat also vom ganz normalen Leben. Harsche, knirschende, aber nicht unschne Sounds fgen sich darunter zu einem Ambientteppich, der wiederum abrupt von Billigbeats, von Surren und Knattern unterbrochen wird. Es folgt eine melodisere Strecke mit Gitarrentnen, die weiterhin den Gegensatz des gesamten Albums aufrecht hlt: schn vs. hsslich, Freundlichkeit vs. Verderben. Das Flstern und allerlei mystische Gerusche spielen eine Rolle, manchmal erinnert das Stck gar an geknurrten Urfolk, um am Ende wieder von flchiger Trostlosigkeit eingeholt zu werden. "Untitled 2" wirkt als Collage aus diversen, organischen Sounds. Zwischen Field Redordings und Vocals schiebt sich ein Drone und bringt einige rituell anmutende Komponenten wie Stammesgeheul oder Kampfesrufe mit. "Untitled 3" besteht im Wesentlichen aus dem rhythmischen Peitschen von Frequenzen, ebenfalls mit entfernt unterlegten, menschlichen Geruschen. Hypnotischer Dauerbeschuss wie intensives Hubschrauberdrhnen. In "Untitled 4" spielt erneut eine Frauenstimme spanisch? die tragende Rolle, spricht verzweifelt zu hhligen Sounds. Das Stck geht dann ber in ambienthafte Drones und verstrmt die das Album durchziehende, unheimliche Atmosphre. "Untitled 5" schliet sich nahtlos an, als dstere Soundhhle mit weiteren Vocals, hier kommt sehr deutlich das typische KRAKEN-Flair zum Tragen, der Bezug zur See mit Geruschen wie knarzenden Schiffsbalken. "Untitled 6" schlielich ist berwiegend ein noisiges, ansteigendes Kreischen, das Abheben eines Dsenjets oder platzende Lungen bei Sauerstoffmangel im Wasser. Am Ende luten die Totenglocken, mit denen die rund 55 Minuten auch begonnen haben.

Belgien steht ja bei der Fuball-WM hoch im Kurs. Musikalisch fllt mir in der Regel wenig zu diesem Land ein. KRAKEN allerdings sind ein Aushngeschild, und ich bin froh, dass sie sich wieder zeigen. Diese Mischung aus Trostlosigkeit und Eleganz, die Reduzierung auf menschliche ngste und Triebe in Kombination mit der sich manchmal einschleichenden Unterwassersymbolik das ist einmalig. 'Human Dark Ambient', vor allem im ersten Stck auf ganz hohem Niveau." [Michael We. / NON-POP]