PROPERGOL — Paradise Land
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"new propergol...spec.pack. - incl. 3 postacrds ...A deaf & sepulchral sound // The door suddenly opens A voice announces : it's ongoing // Preparations in silence There will be no good bye // Defective electrical installations direction : airport // Anxiety-provoking situation Flight-plan : Direction> PN - (48 52' 36'' S 123 23' 36'' W) Feverous take-off then cruising phase // Engine shutdown... Silence... Fly over & scope of the disaster // In top view, mankind tears away A rupture, a break with civilization // Separation / isolation - arrival Final approach phase - Stabilization - Ejection... .. . What happens now? ----------------------------------------------------------------- end of transmission." [label info]
www.tesco-germany.com
"Allein, dass PROPERGOL ein neues Album verffentlicht, geht fast schon als berraschung durch. Liegt das letzte offiziell gelistete doch schon sechs Jahre zurck. Zwischendurch hat sich JRME NOUGAILLON mal um die Klnge von Kollegen (wie zum Beispiel POST SCRIPTVM aus Russland) gekmmert, aber ansonsten musikalisch recht zurckgezogen gelebt, 2012 immerhin ein Stck zu einem Sampler beigesteuert und den 25sten Geburtstag von TESCO siehe Video unten mit einem Liveauftritt gewrdigt. Nun ist eben "Paradise Land" erschienen, das aktuelle Werk des Ein-Mann-Projektes, schn verpackt im Din A5-Format, quer, edel und mit drei sthetischen Postkarten.
Die eigentliche Sensation ist aber der radikale Stilwechsel. Weder Power Electronics noch aggressive Noiseorgien, sondern berwiegend angenehmer und warmer Ambient!
Stimmsamples, die nach Quietschen und animalischem Knurren einsetzen, spielen eine wichtige Rolle auf "Paradise Land" und tauchen deshalb gleich zum Beginn im Opener "Running Scored" (01) auf. Wehende Gerusch-Drones sorgen hier wie auf dem gesamten Album fr eine sehr rumliche Atmosphre, die Collagen vor allem aus vielen Stimmen und andere, meist natrliche Elemente wie zum Beispiel Uhrticken sorgen fr Bezug zur Realitt. "911 Dispatche" (02) verstrkt den Eindruck von Ambient; die wabernden, angenehmen, synthetischen Drones haben etwas Strahlendes, Kosmisches. Dazu stoen weitere Stimmsamples, die fr mich stets wie Bahnhofs- oder Flughafendurchsagen tnen, sowohl vom Klang als auch vom Stimmduktus her. In "Ymene" (03) steht lngere Zeit eine Art Unterhaltung mit hallenden Stimmen im Raum, durchbrochen nur von wenigen Sounds, und geht ber in eine lange Ambientflche. Etwas bedrohlicher nun liegen wie Insekten vibrierende Drones ber einem Grundbrummen. Regen und gewitterhnliche Klnge ("Torquenada", 04) bilden den bergang zu sehr maschinellen, kurzatmigeren Gebilden aus Tnen.
Es folgen mal mehr geruschorientierte, mal mehr flchige Ambientstrukturen, zwischendurch auch (wenige) noisige Elemente wie Pfeifen und Fiepen mit entsprechenden Verzerrungen. Rhythmische Strukturen hat sich PROPERGOL fr "Bushman" (08) und "Impossible Landing" (09) aufgehoben, dann aber richtig losgelegt. Diese beiden Tracks sind als 'Songs' zu bezeichnen, haben etwas Technoides, bilden das Vorspiel zu einem nie einsetzenden Rhythmusgewitter mit tuckerndem Beat groovender Minimal-Techno! Das lngste Stck am Ende ("Bleu Nuit", 10) mischt noch einmal Vieles: eine verfremdete Stimme (die an Sprachausgaben alter Computer erinnert), Gerusche wie schweres Atmen (der Monolog eines Sterbenden?), weitere Solostimmen und Bahnhofsatmosphre, um dann in angenehme und erneut rhythmische, federnde Ambientmusik berzugehen.
Es fehlen zwar inhaltliche Infos zum Album, woher zum Beispiel die Stimmen kommen und was genau die Thematik ist. Macht aber nichts. Die Klangmalerei funktioniert so gut, dass jeder Track ein Gemlde ist und eine Reihe von Assoziationen zulsst. Ich stelle mir ein Kontrollzentrum vor, und zwar in allen Facetten, mit Kommunikation, dem Raum selbst und den Informationen, die durch Leitungen bertragen werden. Einige dezente Hinweise (durch Titel und die knappe Labelinfo) knnten auch so verstanden werden, dass sich der Hrer an Bord eines 9/11-Fluges befindet. Dafr ist "Paradise Land" aber musikalisch fast zu gut verdaulich. Streckenweise knnten auch die Belgier von KRAKEN mit ihren Unterwasserthematiken Pate gestanden haben.
Sehr elegante, kluge und erzhlende Ambientmusik mit vielen Stimmen und Field Recordings. Sticht in diesem Genre deutlich aus der Masse der Verffentlichungen heraus. Fans lterer Alben sollten nur wissen, dass dieses ganz anders, viel weniger brutal klingt." [Michael We., NON-POP]
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"Allein, dass PROPERGOL ein neues Album verffentlicht, geht fast schon als berraschung durch. Liegt das letzte offiziell gelistete doch schon sechs Jahre zurck. Zwischendurch hat sich JRME NOUGAILLON mal um die Klnge von Kollegen (wie zum Beispiel POST SCRIPTVM aus Russland) gekmmert, aber ansonsten musikalisch recht zurckgezogen gelebt, 2012 immerhin ein Stck zu einem Sampler beigesteuert und den 25sten Geburtstag von TESCO siehe Video unten mit einem Liveauftritt gewrdigt. Nun ist eben "Paradise Land" erschienen, das aktuelle Werk des Ein-Mann-Projektes, schn verpackt im Din A5-Format, quer, edel und mit drei sthetischen Postkarten.
Die eigentliche Sensation ist aber der radikale Stilwechsel. Weder Power Electronics noch aggressive Noiseorgien, sondern berwiegend angenehmer und warmer Ambient!
Stimmsamples, die nach Quietschen und animalischem Knurren einsetzen, spielen eine wichtige Rolle auf "Paradise Land" und tauchen deshalb gleich zum Beginn im Opener "Running Scored" (01) auf. Wehende Gerusch-Drones sorgen hier wie auf dem gesamten Album fr eine sehr rumliche Atmosphre, die Collagen vor allem aus vielen Stimmen und andere, meist natrliche Elemente wie zum Beispiel Uhrticken sorgen fr Bezug zur Realitt. "911 Dispatche" (02) verstrkt den Eindruck von Ambient; die wabernden, angenehmen, synthetischen Drones haben etwas Strahlendes, Kosmisches. Dazu stoen weitere Stimmsamples, die fr mich stets wie Bahnhofs- oder Flughafendurchsagen tnen, sowohl vom Klang als auch vom Stimmduktus her. In "Ymene" (03) steht lngere Zeit eine Art Unterhaltung mit hallenden Stimmen im Raum, durchbrochen nur von wenigen Sounds, und geht ber in eine lange Ambientflche. Etwas bedrohlicher nun liegen wie Insekten vibrierende Drones ber einem Grundbrummen. Regen und gewitterhnliche Klnge ("Torquenada", 04) bilden den bergang zu sehr maschinellen, kurzatmigeren Gebilden aus Tnen.
Es folgen mal mehr geruschorientierte, mal mehr flchige Ambientstrukturen, zwischendurch auch (wenige) noisige Elemente wie Pfeifen und Fiepen mit entsprechenden Verzerrungen. Rhythmische Strukturen hat sich PROPERGOL fr "Bushman" (08) und "Impossible Landing" (09) aufgehoben, dann aber richtig losgelegt. Diese beiden Tracks sind als 'Songs' zu bezeichnen, haben etwas Technoides, bilden das Vorspiel zu einem nie einsetzenden Rhythmusgewitter mit tuckerndem Beat groovender Minimal-Techno! Das lngste Stck am Ende ("Bleu Nuit", 10) mischt noch einmal Vieles: eine verfremdete Stimme (die an Sprachausgaben alter Computer erinnert), Gerusche wie schweres Atmen (der Monolog eines Sterbenden?), weitere Solostimmen und Bahnhofsatmosphre, um dann in angenehme und erneut rhythmische, federnde Ambientmusik berzugehen.
Es fehlen zwar inhaltliche Infos zum Album, woher zum Beispiel die Stimmen kommen und was genau die Thematik ist. Macht aber nichts. Die Klangmalerei funktioniert so gut, dass jeder Track ein Gemlde ist und eine Reihe von Assoziationen zulsst. Ich stelle mir ein Kontrollzentrum vor, und zwar in allen Facetten, mit Kommunikation, dem Raum selbst und den Informationen, die durch Leitungen bertragen werden. Einige dezente Hinweise (durch Titel und die knappe Labelinfo) knnten auch so verstanden werden, dass sich der Hrer an Bord eines 9/11-Fluges befindet. Dafr ist "Paradise Land" aber musikalisch fast zu gut verdaulich. Streckenweise knnten auch die Belgier von KRAKEN mit ihren Unterwasserthematiken Pate gestanden haben.
Sehr elegante, kluge und erzhlende Ambientmusik mit vielen Stimmen und Field Recordings. Sticht in diesem Genre deutlich aus der Masse der Verffentlichungen heraus. Fans lterer Alben sollten nur wissen, dass dieses ganz anders, viel weniger brutal klingt." [Michael We., NON-POP]