TAZARTES, GHEDALIA — Repas Froid
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"Brand new Ghedalia Tazartes release. Directly taken from his archives. Crazy vocals, synth, loops. Spontaneous concrete music ? For fans of his Une Eclipse Totale De Soleil." [label info]
"Schwarzes Digibag, keine Informationen, pure Kryptik, Tazartès versteht es, seine Rätselhaftigkeit zu bewahren und sich am Markt vorbei zu schleichen. Was er dem Tanzproceszmacher Jo Tanz für Repas Froid (Tanzprocesz [tzpTAZ]) zum Veröffentlichen gab, sind Schnippsel aus den 70er/80er Jahren, essentieller Stoff, collagiert zu einem ‚Best of‘ der Tazartès‘schen Besonderheiten. Kompakter und intensiver kann man als Novize gar nicht in den Tazartès-Kosmos eingeführt werden, schöner nicht als alter Verehrer mit Déjà-vus von Diasporas- & Une Éclipse Totale Du Soleil beschallt werden. 17 kurze Fragmente, 2 mittellange Passagen und ein 9-Minüter verwirbeln orchestrale und Akkordeon-Loops, Drummachinegetacker, zirkulierenden Krach, theatralische Wortwechsel, russische Lyrikdeklamation, Grußbotschaften und Stegreifsingsang eines mecken französischen Bübchens auf dem Anrufbeantworter, Vogelpfeifen und vor allem natürlich Tazartès‘ eigenes Croonen zu einem Ausbund an Weirdness. Der Pariser, teils arabischer Sufi, teils meckernder Ziegenhirtentenor, teils gutturaler jiddischer Blueser und Kantor, ruft sich damit nachdrücklich als wahrer Vater der Weirdness in Erinnerung. Er macht Art Brut mit der Originalität, wie man sie sonst nur von Außenseiter-Künstlern kennt, doch zugleich mit einem Gestaltungswillen, der mit allen Avantwassern gewaschen ist. Musique concrète, Surrealismus, Fake Ethno, No-Theater, Tazartès eignet sich an, was ihm für sein Brainstorming taugt. Höhepunkt ist ein 9-min. Ritual von Schamanen oder Feueranbetern, tonbandzerschnipselt mit Gewitter, verschiedenen Blasinstrumenten von Kamm bis Knochentrompete, knurschigem und explosivem Industrielärm, durchgeknalltem Gesang, der sich zu Geheul steigert - Beñat Achiary kommt einem da in den Sinn. Danach spielt ein einsamer Melancholiker Zweifingerklavier, bis ein BLiTzZz!!! einschlägt und Donner hinterher grollt. Dann singt Tazartès wieder wie man nur in den Bergen singt, mitten im Gewitter und seltsam umzirpt von Elektronik. Jetzt noch ein maultrommelähnlich twangender Beat, weiterhin das sirrende Zirpen und mysteriöses Raunen und Knurren, bis einen eine verzerrte Melodie verwirrt und doch auch selig grinsend zurücklässt. Ich kann nur nochmal unterstreichen, was ich 2007 (BA 54) anlässlich von Jeanne (Vand‘Ouvre) schon stammelte: e-i-n- z-i-g-a-r-t-i-g!" [Bad Alchemy]
"Mittlerweile im 65zigsten Lebensjahr angelangt ist der Franzose Ghédalia Tazartès kreativer denn je, bzw. die seltenen Aufnahmen werden endlich wahrgenomen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So ist diese LP auch nicht ein komplett neues Werk, sondern eine Sammlung oder besser Wiederverwertung und gleichzeitige Neuverarbeitung von Aufnahmen aus den 70er und 80er Jahren. Irgendwo zwischen Cut-Ups, Musique Concrete, Field-Recordings und arabischer Trance- / Derwischmusik findet man Noiseversatzstücke und Industrialbruch, durchwachsen mit klagenden, im besten Sinne folkloristischen Gesängen. Dieser Moloch und sich schnell bewegende Klanglandschaft ist wirklich progressiv, ständig aktiv und man kann sich nie sicher sein, was in der nächsten Sekunde passiert und wohin er sich ausrichtet. Sein Rhythmus ist sein Herzschlag. Einzigartig! Faszinierend! Melanchonisch, schön und verstörend gleichzeitig. Eine Entdeckungsreise quer durch eine phantastische Welt, die das Beste vom Okzident und Orient vereint und üblicher, verkitschter Ethnomusik um Lichtjahre voraus ist. Eine ähnlich intensive, aber komplett andere Verschmelzung hatte nur MUSLIMGAUZE vollzogen. (10)" [Carsten Vollmer/OX]
"Schwarzes Digibag, keine Informationen, pure Kryptik, Tazartès versteht es, seine Rätselhaftigkeit zu bewahren und sich am Markt vorbei zu schleichen. Was er dem Tanzproceszmacher Jo Tanz für Repas Froid (Tanzprocesz [tzpTAZ]) zum Veröffentlichen gab, sind Schnippsel aus den 70er/80er Jahren, essentieller Stoff, collagiert zu einem ‚Best of‘ der Tazartès‘schen Besonderheiten. Kompakter und intensiver kann man als Novize gar nicht in den Tazartès-Kosmos eingeführt werden, schöner nicht als alter Verehrer mit Déjà-vus von Diasporas- & Une Éclipse Totale Du Soleil beschallt werden. 17 kurze Fragmente, 2 mittellange Passagen und ein 9-Minüter verwirbeln orchestrale und Akkordeon-Loops, Drummachinegetacker, zirkulierenden Krach, theatralische Wortwechsel, russische Lyrikdeklamation, Grußbotschaften und Stegreifsingsang eines mecken französischen Bübchens auf dem Anrufbeantworter, Vogelpfeifen und vor allem natürlich Tazartès‘ eigenes Croonen zu einem Ausbund an Weirdness. Der Pariser, teils arabischer Sufi, teils meckernder Ziegenhirtentenor, teils gutturaler jiddischer Blueser und Kantor, ruft sich damit nachdrücklich als wahrer Vater der Weirdness in Erinnerung. Er macht Art Brut mit der Originalität, wie man sie sonst nur von Außenseiter-Künstlern kennt, doch zugleich mit einem Gestaltungswillen, der mit allen Avantwassern gewaschen ist. Musique concrète, Surrealismus, Fake Ethno, No-Theater, Tazartès eignet sich an, was ihm für sein Brainstorming taugt. Höhepunkt ist ein 9-min. Ritual von Schamanen oder Feueranbetern, tonbandzerschnipselt mit Gewitter, verschiedenen Blasinstrumenten von Kamm bis Knochentrompete, knurschigem und explosivem Industrielärm, durchgeknalltem Gesang, der sich zu Geheul steigert - Beñat Achiary kommt einem da in den Sinn. Danach spielt ein einsamer Melancholiker Zweifingerklavier, bis ein BLiTzZz!!! einschlägt und Donner hinterher grollt. Dann singt Tazartès wieder wie man nur in den Bergen singt, mitten im Gewitter und seltsam umzirpt von Elektronik. Jetzt noch ein maultrommelähnlich twangender Beat, weiterhin das sirrende Zirpen und mysteriöses Raunen und Knurren, bis einen eine verzerrte Melodie verwirrt und doch auch selig grinsend zurücklässt. Ich kann nur nochmal unterstreichen, was ich 2007 (BA 54) anlässlich von Jeanne (Vand‘Ouvre) schon stammelte: e-i-n- z-i-g-a-r-t-i-g!" [Bad Alchemy]
"Mittlerweile im 65zigsten Lebensjahr angelangt ist der Franzose Ghédalia Tazartès kreativer denn je, bzw. die seltenen Aufnahmen werden endlich wahrgenomen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So ist diese LP auch nicht ein komplett neues Werk, sondern eine Sammlung oder besser Wiederverwertung und gleichzeitige Neuverarbeitung von Aufnahmen aus den 70er und 80er Jahren. Irgendwo zwischen Cut-Ups, Musique Concrete, Field-Recordings und arabischer Trance- / Derwischmusik findet man Noiseversatzstücke und Industrialbruch, durchwachsen mit klagenden, im besten Sinne folkloristischen Gesängen. Dieser Moloch und sich schnell bewegende Klanglandschaft ist wirklich progressiv, ständig aktiv und man kann sich nie sicher sein, was in der nächsten Sekunde passiert und wohin er sich ausrichtet. Sein Rhythmus ist sein Herzschlag. Einzigartig! Faszinierend! Melanchonisch, schön und verstörend gleichzeitig. Eine Entdeckungsreise quer durch eine phantastische Welt, die das Beste vom Okzident und Orient vereint und üblicher, verkitschter Ethnomusik um Lichtjahre voraus ist. Eine ähnlich intensive, aber komplett andere Verschmelzung hatte nur MUSLIMGAUZE vollzogen. (10)" [Carsten Vollmer/OX]