Drone Records
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SKULLFLOWER / MASTERY - split

Format: LP
Label & Cat.Number: Cold Spring CSR165LP
Release Year: 2013
Note: monolithic "black psychedelia" with lots of suction on three new tracks from SKULLFLOWER, based on bleak guitar riffs & sequences; + almost unlistenable extreme & fast "black metal" noise with de-humanized vocals on Side B by MASTERY; killer-album! lim. 100 on green vinyl !
Price (incl. 19% VAT): €19.50


More Info

"SKULLFLOWER presents a trinity of sombre meditations evoking Europe after the rain, drowned ruins, sunken dreams: spiders run across harpsichords in deserted schlosses and chateaus, doors slam and phantom demon choirs are summoned at seances by Blatavskian crones, whose impenetrable china blue dolls eyes open onto Tibetan vistas, terrible, ancient and remote…

MASTERY is improvised one man cosm(ag)ick from Ephemeral Domignostika. Total berzerker black metal, rooted in the tradition of true grim blackness, but filtered through Mastery’s cracked perception, transforming this into something beyond true; a droned out and damaged, outsider blackness, that sounds pretty much unlike almost any other black metal.

Ltd x 500 copies.
Standard edition: 400 copies on purple vinyl.
Special edition: 100 hand-numbered copies on green vinyl through Cold Spring mailorder only!" [label info]



" 'We offer an invocation to, and an evocation of the hidden, averse, heathen power that seethe within our native soil. Come leave your timid gelded civilised masks, bow down and rise up, reborn, within our whirlwind', schreibt SKULLFLOWER-Mastermind MATTHEW BOWER unter der Überschrift „Skullflower: What we are ...“ in seinem Blog und vermittelt so eine Ahnung des – ich nenn' es mal – ganzheitlichen Aufforderungscharakters, den er mit der Musik seiner, 1987 gegründeten und 1988 mit der 12'' Skullflower-Birthdeath/release/142281">"Birthdeath" auf BROKEN FLAG debütierenden Band verbindet. Kurzum, der Mann hat Sendungsbewusstsein, und das nicht ohne Grund.
Bis zum, durch interne Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern verursachten Bruch im Jahre 1996 handelte es sich bei SKULLFLOWER, ungeachtet ihrer Einbindung in die klassische englische Industrial-Szene der frühen 80er Jahre, um eine Band im engeren und bei ihrer Musik um Noise Rock, im – nun ja – sehr weiten Sinne. Dies änderte sich, als Gründungsmitglied MATTHEW BOWER SKULLFLOWER 2003 als Quasi-Soloprojekt ins Leben zurück rief. Zwar umfasst das derzeitige Line-Up immer noch die Mitstreiter SAMANTHA DAVIES und LEE STROKE, man tut den beiden aber sicherlich kein Unrecht, wenn man in ihnen eher Begleitmusiker für die Realisierung von Visionen sieht, die in allererster Linie BOWER'scher Provenienz sind. Der Sound verschob sich von Album zu Album nachdrücklicher in den Bereich des Noisig-Atonalen, bisweilen auch Dronigen – wobei man sich das, was hier behelfsmäßig als "Drone" bezeichnen wird, im Falle von SKULLFLOWER selbstverständlich dezidiert unbehaglich vorzustellen hat. Den bisherigen Gipfelpunkt dieser Entwicklung bezeichnet zweifellos das, 2011 bei COLD SPRING erschienene Album "Fucked On A Pile Of Corpses", mit dem BOWER ein infernalisches Noise-Monster abgeliefert hat, das sich in der Brutalität und Kompromisslosigkeit seiner musikalischen Umsetzung dem überaus charmanten Albumtitel als absolut ebenbürtig erweist.
Umso überraschter – und das durchaus positiv – ist man nun, auf der vorliegenden, ebenfalls auf COLD SPRING veröffentlichten Split-LP wieder eine Rückwendung in vergleichsweise strukturiertere musikalische Territorien zu verzeichnen. Der Begriff skullflowertruth.blogspot.de/2012/07/black-psychedelia-one-of-these-days-im.html">"black psychedelia", den BOWER in seinem Blog auf das Side-Project VOLTIGEURS anwendet, scheint mir für die Beiträge auf der vorliegenden Split-LP wahrlich nicht minder passend: Was für ein Getöse! Was für eine Wucht! Wer den jüngeren Output bis hin zum besagten, Nerven und Gehör gleichermaßen zerschreddernden Meisterwerk von 2011 ebenso zu schätzen weiß wie ältere, tendenziell „rockigere“ (Anführungszeichen sind hier durchaus angebracht) Veröffentlichungen wie Skullflower-Obsidian-Shaking-Codex/master/54292">"Obsidian Shaking Codex" von 1993, der wird von diesen drei Stücken begeistert sein. Zur Darbietung gelangt eine Melange aus den beiden zentralen stilistischen Betätigungsfeldern der umtriebigen Band aus London – das Beste aus beiden Welten sozusagen. Wie auf den meisten späteren SKULLFLOWER-Veröffentlichungen kommt man komplett ohne den Einsatz von Drums bzw. ganz generell ohne irgend einen Beat aus: Der Sound baut sich alleine aus schneidend-knirschenden, durch Verzerrer und Effektgeräte gemarterte, im aktuellen Fall – passend zum compagnon de guerre auf der B-Seite – ziemlich Black-Metal-lastig tönenden Gitarrenriffs auf, die in der Gesamtschau etwas generieren, das man wohl am treffendsten als apokalyptisches Noisedronehochamt umschreiben könnte. Letztlich mündet der Versuch einer konkreteren Charakterisierung der Musik von SKULLFLOWER fast zwangsläufig in ein Ringen um wohlfeile Worte, denn seit die Band nach ihrer Interimsauflösung im Jahre 1996 und der Wiederauferstehung im Jahre 2003 wieder auf Kurs ist, oszilliert der "typische" SKULLFLOWER-Sound irgendwo im Niemandsland zwischen Gitarrenwänden, Feedbackexperimenten und brutalem Noise – und ist überdies immer im Fluss, will heißen, der Schwerpunkt, um den herum sich die Musik jeweils kristallisiert, ändert sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung.
Die Atmosphäre der drei Stücke der Split-LP ist getragen, man könnte sie schon fast ein wenig pathetisch – nicht im abwertenden Sinne – nennen, doch mag das der Thematik geschuldet sein, die sie laut Promotext umkreisen, es handelt sich nämlich um "a trinity of sombre meditations evoking Europe after the rain, drowned ruins, sunken dreams". Im Übrigen darf es, wer für einen derartigen Alleszermalmer wie das mehrfach angesprochene Vorgängeralbum verantwortlich zeichnet, guten Gewissens mal ein wenig ruhiger und getragener angehen – gar kein Problem. Das sei MATTHEW BOWER und uns, dem enthusiasmierten Publikum, von ganzem Herzen gegönnt. Zumal "ruhig" in diesem Fall ohnehin nur sehr, sehr bedingt etwas mit dem landläufig üblichen Verständnis von ruhig zu tun hat. Langer Rede kurzer Sinn: Großartiger Beitrag – Musik, die im Raum steht wie ein schwarzer Monolith.
Und damit kommen wir zur B-Seite und ... äh ... MASTERY. – Vorweg sei das Eingeständnis ausgesprochen, dass ich mich in der schillernden Welt des Black Metal keiner allzu fundierten Sachkenntnis erfreue, obgleich ich dem Genre im Laufe der letzten Jahre zunehmend mehr Sympathie entgegenbringe. Der geneigte Leser möge meine folgenden Worte also als subjektive Meinung eines Interessierten und keinesfalls als kanonisches Urteil eines Eingeweihten – oder eines solchen, der sich dafür hält – interpretieren.
Denn in der Tat: So lange ich mich bei der A-Seite aufgehalten habe, so kurz kann ich mich bei der B-Seite fassen: Laut discogs handelt es sich bei MASTERY um ein, seit 2005 aktives Ein-Mann-Black-Metal-Projekt aus der Gegend um San Francisco; die Musik beschreibt der Promotext als "[t]otal berzerker black metal, rooted in the tradition of true grim blackness, but filtered through Mastery's cracked perception […]; a droned out and damaged, outsider blackness, that sounds pretty much unlike almost any other black metal." Nun ja. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach wäre hier ein wenig mehr Bescheidenheit unbedingt am Platze gewesen: "Blood Electric" ist summa summarum eine ebenso brutale wie uninteressante Uptempoprügelnummer, dominiert von einer Stimme, die irgendwo zwischen genretypischem BM-Krächzgeschrei und Death-Metal-Gegrowle changiert. Und aufregend, geschweige denn "droned out and damaged outsider blackness", geht nun wirklich anders. Nicht nur, dass man dergleichen schon x-mal anderswo und obendrein besser gehört hat – wenn auch nicht unbedingt auf knapp 18 ununterbrochene und mit Fortschreiten der Laufzeit zunehmend nervigere Minuten ausgedehnt. Man fragt sich zudem, worin eigentlich das verbindende Glied zwischen SKULLFLOWERs grandiosem Opus auf der A-Seite und diesem mediokren Gekloppe bestehen soll – und zwar ebenso in qualitativer wie in stilistisch-formaler Hinsicht. Ich jedenfalls bin einigermaßen davon überzeugt, dass so ziemlich jeder, der – mit absoluter Berechtigung! – von der SKULLFLOWER-Seite begeistert ist, die MASTERY-Seite mit einem Gähnen quittieren wird – et vice versa.
Doch sei's drum: Allein für den beispiellosen musikalischen Furor, den SKULLFLOWER auf der A-Seite entfalten, lohnt sich die Anschaffung allemal." [Endsal für nonpop.de]