Drone Records
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BOHREN & DER CLUB OF GORE - Beileid

Format: maxi-CD
Label & Cat.Number: PIAS Recordings PIASR 241 MCD
Release Year: 2011
Note: CONDOLENCE; 3-track maxi-EP, which means: 37 minutes (!) long; the sister-release to "MITLEID" (compassion), with a cover-version of a WARLOCK song
Price (incl. 19% VAT): €12.00


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" “Beileid“ heißt die aktuelle Veröffentlichung der Mühlheimer BOHREN & DER CLUB OF GORE. Nimmt man den Titel der letzten Latitudes-EP “Mitleid Lady“ hinzu, könnte man meinen, dass der Fokus der Band auf das Basismorphem “Leid“ gerichtet sei. Doch weit gefehlt. Zunächst war “Mitleid Lady“ eine ironisierte Abwandlung des ähnlich lautenden Originals. Dazu kommt, dass das Mühlheimer Quartett die feine Klinge der Ironie führt. Packt man dazu noch die Information, dass das gleichnamige Titelstück “Beileid“ ein übrig gebliebenes Klangperlchen der “Dolores“-Session war und seinerzeit nicht den Weg auf BOHRENs letztes Studioalbum fand, rückt sich so manches gerade.

Die drei auf “Beileid“ enthaltenen Stücke grummeln in bester und bekannter BOHREN-Manier, wäre – ja wäre da nicht das WARLOCK-Cover “Catch My Heart“ enthalten. Wer das Original der Mannen um Frontfrau Doro Pesch kennt, traut seinen Ohren kaum. Die Stelle am Mikrophon wurde für den Ipecac-Chef und FANTOMAS/ MR. BUNGLE/ TOMAHAWK/ PEEPING TOM-Kopf Mike Patton frei geräumt. Pattons Fertigkeiten in den Kategorien Diktion und Intonation sind selbst an dessen grauen Tagen nicht weniger als applauswürdig. Seine gekonnte Verwendung der Gesangsregister zeitigt bei “Catch My Heart“ ein Ergebnis, welches den Hörer ungläubig staunen lässt. Die von der Band scheinbar stehenden Töne begleitet er punktgenau und verdoppelt somit den Eindruck des tief durchdringenden Spiels. Langsamkeit ist die Untertreibung des Jahres, vergleichbar ist diese Form nur mit Außermusikalischem. BOHREN spielen dabei jeden Ton komplett aus, erst in dessen Nachhall erklingt der nächste.

Larghissimo! Grave! Largo! Und natürlich Adagio, Adagio, Adagio! Erscheint unsere Zeit oft ohne Rast, ist das, was BOHREN aus den Lautsprechern schweben lassen als vollkommen hastlos zu bezeichnen. Graduell entwickeln sie die scheinbar stehenden Töne. Gemachsam baut sich einer Nebelfront gleich jedes Stück auf. Gleichsam könnten die Veröffentlichungen der vier Mühlheimer auch als Seelenpinsel beschrieben werden. Sie laben und kitzeln das Empfindungsleben des Hörers, und sollten als Rezept gegen den Gemütsinfakt verschrieben werden.

Auf ihren Platten demonstrieren Thorsten Benning, Morten Gass, Robin Rodenberg und Christoph Clöser ein neinsagendes, souveränes Tun, das eben wirklich verneint, wenn es um die Frage, ob jedem Impuls zu folgen sei, geht. Dabei stellen sie ein Handeln aus, “was niemals auf das Niveau von Arbeit sinkt“. Bei ihnen entsteht immer auch das Andere. Beim Hörer kann dies zu einer Lockerung des Ichs führen, Durchlässigkeit fördernd. Ihren größten Vorzug beweisen BOHREN jedoch immer dann, wenn ihre Stücke im Fortlauf das Schwebende entwickeln. Dann nehmen sie ihre Hörer mit auf ihre Flügel. “Beileid“ heißt dieses 37 Minuten dauernde Wunderding. Mein Beileid für all jene, die dies nicht gehört haben." [S.L./Black Magazin]

www.piasrecordings.com